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Sport & Ausbildung Tschechoslowakische Wolfshunde als Arbeitshunde - wie trainiert man ihn , wie lernt man ihm neue Elemente, Informationen über Wettbewerbe und Trainingsseminare

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Old 12-01-2004, 20:58   #1
Beowulf
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Default Kadavergehorsam oder hab ich heute Bock ?

Es ist dieses Thema schon oft am Rande von anderen Themen angesprochen worden. Nie aber genau geklärt worden.
Was genau und wie weit geht der Kadavergehorsam? Wird hier sehr negativ dargestellt. Wenn ich meinen Hund beim Üben ein Leckerchen geben, und er desswegen das macht, was ich will, ist das dann schon Kadavergehorsam? Wenn mein Hund beim Üben kein Leckerchen bekommt, bzw. man ihm mit Leckerchen nicht ausbilden kann. Weil er sich aus dem Happen nichts macht. Er aber meine Autorität nicht anzweifelt. Ist es dann Kadavergehorsam?
Anders herum, wenn mein Hund über eine Schranke springen soll, und er drunter durch läuft. Ist das Befehlsverweigerung oder der logische Gedanke eines Hundes. Warum soll ich springen, wenn es doch ohne Probleme auch drunter durch geht. Wo genau fängt Kadavergehorsam an, und wie weit geht "heute kein Bock"? Wann fängt die Befehlsverweigerung an, die die Alfastellung gefährdet?

Gruss
Beowulf
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Old 12-01-2004, 21:46   #2
citywolf
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Hallo Beowulf!

Interessante Frage, habe ich mir auch schon mal überlegt. Ich meine, Kadavergehorsam ist, wenn ich einen Befehl gebe und der Hund führt ihn aus, ohne zu zögern und ohne zu überlegen und unendlich lange. Wenn er z. B. "Sitz" macht und sitzen bleibt, auch wenn ich stundenlang weg bin
Naja, ist vielleicht ein bißchen übertrieben

Meine Alfastellung ist aber wohl erst dann gefährdet, wenn ich aus Sofa will, auf dem mein Hund gerade sitzt, und er nicht geht oder mich sogar anknurrt. Oder wenn er etwas, was er gerade in der Schnauze hat, auf meinen Befehl nicht wieder hergibt. An Letzterem sind wir gerade noch am Üben, denn unsere beiden TWHs sind ganz schön besitzergreifend.

Gruß Marion (meistens in Alfastellung )
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Old 13-01-2004, 02:25   #3
RPaul
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Unter Kadavergehorsam im militärischen Sinne versteht man das Ausführen eines Befehls, der mit Risiken für Leib und Leben behaftet ist, aber auch absolut unsinnige Befehle (Springen aus dem Flugzeug ohne Fallschirm) usw. Dazu gehört das Zerbrechen der Persönlichkeit, bis der Soldat absolut jeden Befehl ausführt, egal wie unsinnig er ist.
Das Zerbrechen der Persönlichkeit eines jeden Hundes sehe ich sehr problematisch; speziell bei einem TW. Nach meiner Erfahrung ist ein TW erst mit ca.3, 3 1/2 Jahren fertig mit der Persönlichkeitsentwicklung. Natürlich k a n n man mit Druck und auch Zwang trainieren, bei mir im Privatbereich war das allerdings nicht nötig. Diensthunde 3-5 Jahre sanft auszubilden, macht aber keinen Sinn, rechnet sich nicht. Deswegen halte ich auch nichts von Schutzhundetraining für TW´s, das ist aber meine perönliche Meinung. Allerdings geht der Schwiegersohn meiner Frau mit mir konform, und er war Diensthundeführer in der CZ-Armee und ist jetzt Chef-Ausbilder in einer Sicherheitsfirma für ca. 50 Hunde.
Wenn gar nichts hilft, versuch´s mal mit frischer Rinderleber (kleingeschnitten) als Belohnung - einen Hund, der darauf nicht reagiert, habe ich noch nicht gesehen (geht zur Not auch gebacken, ist nämlich eine Sauerei roh).
Zu beachten ist m.E. noch, daß TW´s ziemlich logisch handeln. Warum drüber, wenn ich drunter auch durch komme oder drumherum?

Gruß Ralf
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Old 13-01-2004, 07:26   #4
Lupusbavarius
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Hallo zusammen
Eine interessante Diskussionsfrage.
Jahrelang habe ich Schutzhundesport betrieben. Meine Hunde hatten (fast) alle ihre Schutzhundeprüfung 3 und auch die Fährtenhundeprüfung bestanden. Mit zweien habe ich aktiv Rettungshundeausbildung betrieben.
Nur - meine Hunde kannten und kennen kein Stachelhalsband, kein Teletak und was weis ich nicht noch alles für Nettigkeiten. Ja, ich kann damit leben, daß mein Hund auch mal versucht seinen Kopf durchzusetzen. Wohlgemerkt versucht!!
Ich will doch keinen leblosen, weil Trieblosen Kadaver neben mir haben, sondern ein Lebewesen, daß genau so wie ich auch seine Gefühle hat. Seine Launen und Macken. Diese gilt es rechtzeitig zu erkennen und in die für mich richtigen Bahnen zu lenken. Das alles geht allerdings nur dann, wenn ich mir Zeit nehme. meinen Partner Hund zu verstehen und ihm Schrittweise lehre, sein Verhalten nach meinen Wünschen zu richten.
Ich lehne auf jeden Fall einen Hund ab, der zwar gehorsam bis zur Selbstaufgabe erscheint, im Kern aber lles Leben verloren hat. Schaut Euch doch mal auf den Hundeplätzen um. Wie "FREUDIG" die sogenannte gut ausgebildeten Hunde daherkommen. Und die Besitzer(Führer) sind auch noch stolz darauf.
Also, laßt ruhig Euren Vierbeiner noch etwas an Personalität. Sie werde es Euch eher danken als die gestachelten und elektisierten Punktesammler.

Gruß Hartmut
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Old 13-01-2004, 09:01   #5
sonjawolfi
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Hallo Hartmut.

Du hast geschrieben:Schaut Euch doch mal auf den Hundeplätzen um.Wie,,FREUDIG`` die sogenannte gut ausgebildeten Hunde daherkommen.Und die Besitzer(Führer) sind auch noch stolz darauf.

Da muss ich dir leider Recht geben.Die meisten Hunde weden im Schutzsport ,,gebrochen``und gehorchen ob es ihnen Spass macht oder nicht ist vielen Hundeführer egal,hauptsache die Punkte auf der Schutzprüfung stimmen.Ich habe vor Jahren auch Schutzdienst mit meinem Hund D.Sch.Hund gemacht,bei mir dauerte die Ausbildung etwas länger(über Spielen,Lob und Leckerli)als wie bei den HARTEN Hundeführer(Stachelband,Teletak und Strafe).Doch mein Hund hat es mit Freude gemacht,er hat gewinselt bis wir am Hundeplatz ankamen.Mein Hund ist für mich Hund und Freund geblieben , egal wie die Resultate waren , und kein Objekt das mann, wenn das Ergebnis nicht für den Besitzer zufriedenstellend war mal eben verkauft oder ins Tierheim abgegeben wird.
Ich möchte hiermit nich sagen dass alle Schutzhundhundeführer so sind aber die meisten.
Ich gehe auch heute noch zum Hundeplatz(nicht mehr zum Schutzdienst da ein T.W.dafür meiner Meinung nach überhaupt nicht geeignet ist und muss immer wieder feststellen dass die Hundeführer ihre Hunde nicht genug loben oder mit ihnen spielen.Es soll dem Hund und dem Besitzer Spass machen und es soll kein DRILL sein.

Gruss Sonja
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Old 13-01-2004, 11:55   #6
Torsten
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Hallo Leute sehr gutes Thema .
Mir stellt sich aber eine Frage , der Hund soll nicht so gefordert werden und auch viel selber entscheiden können. Alles klar , das kann man ja machen aber was ist dann mit unserer Autorität ? Wenn ich zu meinem Hund " Sitz " sage , dann bestehe ich auch darauf . Es ist doch so , die Hunde haben nat. Instinkte die wir nicht immer für gut heißen , weil wir halt Menschen sind . Jetzt bringen wir den Hunden unsere Vorstellungen bei ( ob hart oder anders ) das ist erst mal egal . Ob der Hund drüber so glücklich ist , ist fraglich. Wenn ein Hund " sitz " machen soll obwohl er es in diesem Augenblick gar nicht wollte , so ist das doch gegen seinen Willen egal ob mit Leckerlie oder mit Druck . Ich zum Beispiel lebe in einer Stadt und mein Hund muß sich leider den Gesetzen dieser " Zivilisation " anpassen d.h. er muss es lernen. Aber genau das ist es was gegen seine Natur ist , also wird er doch so oder so gezwungen sich so zu verhalten wie wir es wollen .
Ich denke eine Artgerechte Haltung für Tiere gibt es nicht ( die Def. dafür haben die Menschen festgelegt , aber keiner von Denen weiß wirklich welche Bedürfnisse ein Tier hat. Wir können nur nach unseren Maßtäben urteilen und versuchen den Tieren das Leben mit uns einigermaßen angenehm zu gestallten . Und das geht auch mehr recht als schlecht wenn wir versuchen uns in unsere Freunde zu versetzen . Da spielt es doch keine Rolle welche Ausbildung ein Hund bekommt , wichtig ist doch auf den Hund ( um den es ja letztendlich geht )vernünftig ein zu gehen.
Es ist nun mal so , der Mensch ist das Maß aller Dinge ( denkt er zu mindest und benimmt sich auch so )

Gruß Torsten
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Old 13-01-2004, 16:25   #7
RPaul
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Hallo Leute,
ich denke, ein Hund sollte ein wenig Spaß an dem haben, was ich trainiere. Dazu muß ich meinen Hund aber kennen - was er gern macht und wofür er geeignet ist. Wenn ich etwas mache, was er absolut nicht gern hat, müßte ich entsprechenden Zwang bis hin zur brutalen Härte ausüben.
Dazu sind mir meine Lebensbegleiter zu schade.
Aber im Prinzip sind wir uns da, denke ich einig - zumindest die, die sich hier geäußert haben.

Ralf
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Old 13-01-2004, 21:59   #8
Beowulf
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Hallo!
Habe erst einmal bei einen Hundetraining für Schutzhund zugesehen. Es stimmt, die "erfolgreichsten Hundeführer" waren die, dessen Hunde vor dem Training in dunkle, geschlossene Boxen gesperrt wurden. Ein Blick des Herrn und Hund zuckte zusammen. Die durften noch nicht einmal sich ohne das entsprechende Kommando bewegen. Das ist jetzt ca 14 Jahre her. Habe gedacht, dass sich mitlerweile was geändert hat. Von meinen Hund verlange ich, wenn es drauf ankommt (Strassen oder adere Gefahren) auf jeden Fall zu gehorchen. Dabei ist es mir egal, ob er im Renntempo, oder angetrabt kommt. Hauptsache er rennt nicht über die Strasse. Ausserdem ist es doch unsinnig, wenn ich meinen Hund immer nur Kommandos geben muss damit er etwas macht. Ist doch sehr anstrengend für mich, wenn ich jedes mal, wenn ich gehen will, den Hund das Kommando "Komm" geben muss. Wenn ich stehen bleibe das Kommando "Steh" und dann "Sitz". Stellt Euch vor, Ihr vergesst mal "Komm" zu sagen. Dann müsst Ihr den ganzen Weg zurücklaufen um den Hund zu holen. Ein selbständiger Hund ist doch viel bequemer. Er kommt ohne Kommando mit und wenn ich stehen bleibe dann setzt er sich von alleine oder bleibt in meiner Nähe.
So ein Kadaverhund ist doch nur gut für mein eigenes angekratztes Ego.

Gruss
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Old 14-01-2004, 08:40   #9
Pavel
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Hallo Beowulf,

Quote:
Originally Posted by Beowulf
Habe erst einmal bei einen Hundetraining für Schutzhund zugesehen. Es stimmt, die "erfolgreichsten Hundeführer" waren die, dessen Hunde vor dem Training in dunkle, geschlossene Boxen gesperrt wurden. Ein Blick des Herrn und Hund zuckte zusammen. Die durften noch nicht einmal sich ohne das entsprechende Kommando bewegen. Das ist jetzt ca 14 Jahre her. Habe gedacht, dass sich mitlerweile was geändert hat.
Egal ob geht um Sportschutz oder Dienstschutz, mit solche System hast Du heute keine Chance. Bei Training kannst Du alles probieren aber wenn willst Du Erfolg haben, dann etwas so funktioniert einfach nicht.
Sporthund muss beissen nach Revier, wo darf nicht ein Kontakt mit Figurant haben. So von Start bis erste Biss läuft mindestens um 5 Minuten. Bei Diensthunde ist das nocht komplizierte, darum z.B. bei Polizei ist der Hund beim Einsatz auf Spur Stundenlang in Terrain und erst dann eventuell beisst. So wenn der Hund ist gewöhnt von "dunkele Box" direkt beissen gehen und sofort zurück, kann in Zirkus seine Besse zeigen aber für Sport oder praktische Einsatz ist unbenutzbar.
JEDER ERFOLGREICHE SPORT- ODER DIENSTHUND MUSS ALLES MIT LUST MACHEN !!!

Pavel
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Old 14-01-2004, 10:45   #10
RPaul
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TW´s sind als Diensthunde generell nicht brauchbar, und zwar hauptsächlich aus rein ökonomischen Gründen, Wenn man sie sanft erzieht, ohne brutale Härte und ohne die Persönlichkeit zu zerbrechen, sind sie erst mit 3 - 4 Jahren
einsetzbar für Polizei, Armee etc. Wir haben einen ehem. Diensthundeführer der CZ-Armee in der Familie, meine Frau hat selbst Schutzhunde ausgebildet (Pavel weiß, was ich meine).
Der Schwiegersohn ist jetzt Cheftrainer für 52 Hunde und hat erwogen, auch TW´s mit einzubeziehen. Nach Sichtung bleibt er aber bei den klassischen Hunderassen (z.B. DSH).
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Old 14-01-2004, 17:07   #11
Beowulf
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Hallo!
Was das Brechen einer Persönlichkeit betrifft, sollte man es weder Mensch noch Tier antun. Ob ein Hund willig arbeitet liegt an seiner Persönlichkeit und nicht an seiner Rasse. Es ist erwiesen, das sich DSH gut als Diensthunde ausbilden lassen. Bevor man den Labrador als Blindenhund entdeckt hat, war aber auch der DSH der Blindenhund schlecht hin. Habe mal vor langer Zeit den Satz gehört. "Ein DSH ist in allem nur durchschnittlich. Viele Dinge können andere Hunderassen besser. Was den DSH auszeichnet ist das. Du kannst ihm alles befehlen auch das scheissen."
Wenn Wolfshunde Spass auf dem Hundeplatz haben, warum sollen sie dann nicht ausgebildet werden? Der Wolfshund mit eigenem Berufswunsch Schutzhund ist mit Garantie besser als der durchschnittliche DSH, dem man aber das scheissen befehlen kann. Meiner hätte sehr viel Spass auf dem Hundeplatz, aber ich nicht. Meinen Hund kann man für Agrility aber nicht gebrauchen. Warum sollte ich versuchen ihm darauf auszubilden? Es würde ewig dauern und er würde alles nur tun, wenn er "Heute mal Bock hat."
Wenn man vor hat, mit dem Hund später zu arbeiten, dann sollte man schon bei der Auswahl des Welpen darauf achten, aus welcher Zucht er stammt. Sind die Eltern Schutzhunde, wird Sohn oder Tochter auch die Veranlagung mitbekommen haben. Wenn ich nur einen Familienhund will, dann suche ich mir den Züchter, der den besten Hund für mich hat. Aber pauschal sagen, Wolfshunde sind keiner Arbeitshunde ist genauso falsch, wie zu sagen, Wolfshunde sind auf jeden Fall Arbeitshunde. Der einzelne Hund an sich, ist Arbeitshund oder Familienhund. Schön für ihn, wenn er es selbst entscheiden könnte. Die Kunst ist, den idealen vierbeinigen Partner für sich zu finden.

Gruss
Beowulf
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Old 14-01-2004, 19:51   #12
sonjawolfi
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Hallo Beowulf.

Ich weis nicht wo du dasgelesen hast,dass der T.W.keine Arbeitshunde sind.Ich persönlich bin nur der Meinung dass sie nicht als Schutzhunde geeignet sind.Wie soll ein T.W. den Hetzer angreifen wenn er von Natur aus ein Fluchtier ist,das widerspricht sich doch .Ich mache mit meinem T.W. Agility und er macht es mit Freude,und das ist doch die Hauptsache.Die Ausbildung dauert vielleicht etwas länger als wie bei einer anderen Rasse aber das ist für mich kein Problem, solange es uns Spass macht. .Man muss nur die nötige GEDULD haben an der es den meisten fehlt.

Gruss Sonja
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Old 14-01-2004, 22:07   #13
Huan
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Originally Posted by Wolfi
Wie soll ein T.W. den Hetzer angreifen wenn er von Natur aus ein Fluchtier ist
Es stimmt nicht so ganz. Seit Beginn der TWH-Zucht wurde ein grosses Nachdruck auf die Charakterselektion gelegt. Die Aussehen war am Anfang dem Rassengründer total egal. Es ging nur um Charakter. Schon die Welpen, die den Charaktertest nicht bestanden haben, waren einfach getötet (was heutzutage nicht zu glauben ist) - hauptsächlich waren es die sehr scheue Hunde. Auch die erwachsene Hunde, die die Tests nicht bestanden haben, waren nicht weiter im Zucht verwendet. Deshalb kann man nicht sagen, dass die TWH von Natur scheu sein sollen, weil um ehrlich zu sein, hat "die Natur" mit TWH schon nicht so viel zu tun.

Heutzutage, wenn ein TWH scheu ist, hat es nichts mit Rasseeigenschaften zu tun. Solche Hunde sollen nicht als Regel sondern als Ausnahme angesehen werden und werden während der Körungen disqualifiziert. Wenn bei einem TWH die Fluchtrieb (die mit Scheuheit verbunden ist) stark entwickelt ist, ist es eine Folge von:

1) entweder schlechten Wahl der Elterntiere (es ist bekannt, dass die extreme Charaktereigenschaften, wie Scheuheit oder Aggresivität, stark vererbt werden) oder,

2) falschen Handeln des Züchters (fehlende Imprinting) oder,

3) falschen Erziehung und ungenügende Sozialisation (vor allem Besitzers Schuld).

Oder alles zusammen.

Weil die Punkte 1. und 3. allgemein für alle Rassen gelten, werde ich mehr zur Punkt 2. schreiben - es gibt hier ein kleiner Unterschied:

Im Leben vom jeden Welpen gibt es eine Phase, in der es lernt, wer zu seiner Rudel gehört. In diesem Zeit bildet sich eine besonders starke Bindung zwischen Welpe und anderen Mitglieder der Rudel. Diese Phase findet bei Wolfswelpen und Hundewelpen statt und wird als "Imprinting" bezeichnet. Der Unterschied besteht aber darin, dass diese Phase bei Wölfen nur bis ungefähr 19. Lebenstag dauert und bei normalen Hünden dauert es mehr als zehn Wochen. Was bedeutet es? Wenn ein Wolfswelpe kein Kontakt mit Mensch vor dem 20. Tag hatte, dann wird er ihm immer als Gefahr und nie als den Rudelmitglied sehen. Weil beim Hunden diese Phase sehr lange dauert, ist es viel einfacher den Hund zu uns zu überzeugen. Jetzt nehmen wir an, dass TWH irgendwo zwischen den Hund und Wolf steht, dann können wir auch sagen, dass der "Imprinting" viel kurzer als bei normalen Hunden ist und das es höchstwahrscheinlich noch vor Abnahme der Welpe endet. Also auf Imprinting von TWH-Welpe hat nur der Züchter einen Einfluss. Also wenn ein Welpe den ganzen Zeit nur mit der Mutter und anderen Hunden in Zwinger lebt und den Mensch nur während der Füttern sieht, dann wird während der Imprinting-Phase nur eine Bindung zur anderen Hunden gebildet und der zukünftige Besitzer wird bestimmt viele Probleme haben, von den nicht alle später gelöst werden können. Der Besitzer wird als ein Fremde (nicht als Mitglied der Rudel) angesehen und wird vor sich viel Arbeit haben, um Vertrauen des Welpen zu gewinnen. Das kann ein paar Monate oder ein paar Jahre dauern. Oder es kann auch nie gelingen...
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Old 15-01-2004, 07:18   #14
Lupusbavarius
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Wie schon erwähnt: Super Thema
Beowulf, ich gebe Dir unbedingt recht. Nur - nicht vergessen solltest Du die Prägungsphase, welche so ab der 8. Lebenswoche einsetzt. Nämlich dann, wenn der Welpe aus seinem (hoffentlich) behüteten Geburtsumfeld in eine für ihn völlig neue Welt hineingestellt wird.
Ein alter, aber sehr weiser Spruch lautet
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!!"
in diesem kurzen Satz liegt aber das ganze Geheimniss eines langen zufriedenen Miteinander.
Der Welpe hat ab dem 1. Tag im neuen Umfeld seinen Platz im Rudel zu bekommen. Ihm immer wieder seine Grenzen aufzuzeigen liegt nun in der Hand des neuen Besitzers(Rudelführers). Hier werden meiner Erfahrung nach die ersten und daher auch die schwerwiegendsten und schwer auszubügelnden Fehler gemacht. Was nützt es denn, wenn ich dem neuen Rudelmitglied seinen Willen lasse all das zu tun, was ihm gerade in den Sinn kommt. Büßen muß ich es später. Und in der Folge davon dann der Hund.
Wenn ich aber seinen Trieb, seine Veranlagung sein Wesen und alles andere von Anfang an richtig nutze und steuere, werde ich später, bei der "richtigen" Ausbildung keine Probleme haben.
Wie bereits erwähnt, ist ja mein großes Hobby das Fährtensuchen. Ein Welpe darf bei mir ab dem ersten Tag das Suchen lernen. Hat er erst einmal begriffen um was es geht, kommt nach und nach die gezielte Ausbildung immer mehr zum Tragen.
Auch lernt er von Klein auf was eine Leine ist. Das es nicht toll ist ständig daran zu ziehen und zu zerren. Er geht mit mir und nicht ich mit ihm. Täglich kleine Übungseinheiten verbunden mit der notwendigen Konsequenz und dem dazugehörenden wichtigsten Instrument einer jeden Ausbildung - dem Lob.
Meine Hunde würden, wenn sie könnten alle von einem freudigen erfüllten Leben berichten. Es ist doch z.B. toll, wenn man in den Bergen seine Vierbeiner frei laufen lassen kann und sie freudig zurückkommen, wenn sie gerufen werden. Weil sie eben gelernt haben, das herbeikommen mit Lob und Freude verbunden ist.
Um zu Kadavergehorsam zu kommen. Wie sieht es denn aus, wenn der Hund aus Angst, daß der Stachel greift, das Tele ihm einen mitgibt oder anderen Feinheiten, auf den Brustwarzen zu mir gekrochen kommt?
Wenn er neben mir hertanzt, mit dem Kopf nach oben wie ein Lippizaner nur um mir zu zeigen, daß er ja aufmerksam an meiner Seite geht.
Mir ist der Hund lieber, der auch an meiner Seite geht, aber dennoch eine Umwelt im Auge behält und auch mal auf deren Einflüsse reagiert.
Das alles aber sprengt den eigentlichen Rahmen. Ich denke, wir sind uns alle einig, daß wir ein Lebewesen und keine Maschine an unserer Seite wollen, die nach Bedarf an und abgeschaltet wird.

Gruß
Hartmut
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Lupusbavarius jest offline   Reply With Quote
Old 15-01-2004, 10:26   #15
Torsten
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Originally Posted by Lupusbavarius
Wie schon erwähnt: Super Thema
Beowulf, ich gebe Dir unbedingt recht. Nur - nicht vergessen solltest Du die Prägungsphase, welche so ab der 8. Lebenswoche einsetzt. Nämlich dann, wenn der Welpe aus seinem (hoffentlich) behüteten Geburtsumfeld in eine für ihn völlig neue Welt hineingestellt wird.
Ein alter, aber sehr weiser Spruch lautet
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!!"
in diesem kurzen Satz liegt aber das ganze Geheimniss eines langen zufriedenen Miteinander.
Der Welpe hat ab dem 1. Tag im neuen Umfeld seinen Platz im Rudel zu bekommen. Ihm immer wieder seine Grenzen aufzuzeigen liegt nun in der Hand des neuen Besitzers(Rudelführers). Hier werden meiner Erfahrung nach die ersten und daher auch die schwerwiegendsten und schwer auszubügelnden Fehler gemacht. Was nützt es denn, wenn ich dem neuen Rudelmitglied seinen Willen lasse all das zu tun, was ihm gerade in den Sinn kommt. Büßen muß ich es später. Und in der Folge davon dann der Hund.
Wenn ich aber seinen Trieb, seine Veranlagung sein Wesen und alles andere von Anfang an richtig nutze und steuere, werde ich später, bei der "richtigen" Ausbildung keine Probleme haben.
Wie bereits erwähnt, ist ja mein großes Hobby das Fährtensuchen. Ein Welpe darf bei mir ab dem ersten Tag das Suchen lernen. Hat er erst einmal begriffen um was es geht, kommt nach und nach die gezielte Ausbildung immer mehr zum Tragen.
Auch lernt er von Klein auf was eine Leine ist. Das es nicht toll ist ständig daran zu ziehen und zu zerren. Er geht mit mir und nicht ich mit ihm. Täglich kleine Übungseinheiten verbunden mit der notwendigen Konsequenz und dem dazugehörenden wichtigsten Instrument einer jeden Ausbildung - dem Lob.
Meine Hunde würden, wenn sie könnten alle von einem freudigen erfüllten Leben berichten. Es ist doch z.B. toll, wenn man in den Bergen seine Vierbeiner frei laufen lassen kann und sie freudig zurückkommen, wenn sie gerufen werden. Weil sie eben gelernt haben, das herbeikommen mit Lob und Freude verbunden ist.
Um zu Kadavergehorsam zu kommen. Wie sieht es denn aus, wenn der Hund aus Angst, daß der Stachel greift, das Tele ihm einen mitgibt oder anderen Feinheiten, auf den Brustwarzen zu mir gekrochen kommt?
Wenn er neben mir hertanzt, mit dem Kopf nach oben wie ein Lippizaner nur um mir zu zeigen, daß er ja aufmerksam an meiner Seite geht.
Mir ist der Hund lieber, der auch an meiner Seite geht, aber dennoch eine Umwelt im Auge behält und auch mal auf deren Einflüsse reagiert.
Das alles aber sprengt den eigentlichen Rahmen. Ich denke, wir sind uns alle einig, daß wir ein Lebewesen und keine Maschine an unserer Seite wollen, die nach Bedarf an und abgeschaltet wird.

Gruß
Hartmut
Hallo
ein sehr treffender Beitrag , genau so sollte es sein !

Gruß Torsten
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Old 15-01-2004, 11:09   #16
GrauerWolf
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Hallo,
ich möchte mal zum Thema Teletac etwas sagen.
Man kann es als reinen Signalgeber gebrauchen, der auch über große Distanzen (500 m) funtioniert, oder aber mißbrauchen und bei allem, was der Hund falsch macht den E-Schock einsetzen und damit mißbrauchen.
Wenn der Hund z.B. einem Kaninchen hinterherjagt und auf keinen Rückruf
mehr reagiert, kann man ihm einmal anpiepsen und wenn er nicht kommt,
einen schwachen Impuls (Stufe 1) verpassen. Und dann nochmal zurückrufen und loben. Danach braucht man in der Regel nur noch den Signalgeber. Bei meinem Hund hat das prima funktioniert, denn er hat gelernt, daß er auch, wenn er weiter weg ist, zurückkommt.
Wenn er z.B. 5 Minuten am Jagen ist und dann wiederkommt, kann ich ihn ja schlecht bestrafen, weil er das auf das Zurückkommen beziehen würde.
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Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Fluß.
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Old 15-01-2004, 12:15   #17
Silver_Fox
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Wow, das ist das erste Forum wo ich mal solche Texte lese, wenn es um Ausbildung geht.
Ich selbst hab mit meinen Hunden schon viele Sportarten und Ausbildungsmethoden durch. Ich hab dadurch nicht viele Sportfreunde in den Hundevereinen gehabt, weil die meisten ihren Stil an Ausbildung für 100% richtig halten und nicht auf die Idee kommen mal was neues auszuprobieren um zu schauen was dem Hund gefällt oder man es den Hund einfacher machen kann zu lernen.

Wenn ich mir ein Welpen ins Haus hole, kann mir keiner sagen welche Sportart oder sonstiges ihn später mal begeistern wird. Auch das ein TWH nicht zum Schutzdienst geeignet sein soll, glaub ich so nicht. Rassen werden gezüchtet um bestimmte aufgaben zu bewältigen, aber keiner kann sagen das er auch später wirklich dazu taugt und ob er nicht doch etwas machen kann woran er spass hat, er aber dazu eigentlich nie gezüchtet wurde.
Das hängt nicht nur davon ab was seine Vorfahren gemacht haben. Da können seine Eltern Sch3 haben und der Kleine will aber trotzdem nichts vom Schutzdienst oder Fährte wissen. Klar, die Vorfahren spielen auch eine große Rolle, aber es hängt stark davon ab, wie der kleine aufgewachsen ist, was er als Welpe gelernt und kennen gelernt hat.
Ich finde es immer schön, wenn die Besitzer mehr auf ihr Hund eingehen und versuchen eine Sportart oder andere Beschäftigung zu finden den beiden gefällt. Das ist ein viel schöneres Bild und beide machen es mit freude.
Das ist leider nicht oft der Fall. Wenn ich so in den Hundevereinen umschaue, wird sich erst ein Ziel gesetzt und dann ein Hund ins Haus geholt und alles mögliche daran gesetzt das dieser Vierbeiner das Ziel von Herrchen erreicht, egal was er durch machen muss. Wird das Ziel trotzdem nicht erreicht, dann kommt Hundi zu einer anderen Familie oder ins Heim und darf da alt werden und ein neuer Vierbeiner darf das gleiche durch machen.
Ich habe gegen keine Sportart was. Ich würde fasst alles mit meinen Hunden machen, wenn sie bereit wären das auch mit mir zu machen. Wenn nicht, dann soll es nicht so sein. Aber versuchen kann man es allemal!

Gruß Nicole
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Old 15-01-2004, 12:58   #18
Heiko
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Nur - nicht vergessen solltest Du die Prägungsphase, welche so ab der 8. Lebenswoche einsetzt. Nämlich dann, wenn der Welpe aus seinem (hoffentlich) behüteten Geburtsumfeld in eine für ihn völlig neue Welt hineingestellt wird.
Hallo Hartmut,
da hast du wohl mit der Prägungsphase etwas verwechselt.

Die fängt bei einem TW eigentlich schon mit ca. 3 Wochen an und endet ca. mit 9 Wochen. Was die Welpen in dieser Zeit schon an Erfahrung sammeln, sowie durch konsequente Erziehung (Züchter, Mutterhündin, andere Rudelmitglieder) beigebracht bekommen, verlernen sie auch nachher nicht mehr so schnell. Egal, ob es ums Unterwerfen oder teilweise Gehorsam geht. "WENN sie WOLLEN" !
Die Intelligenz ist anderen Rassen etwas voraus.

Nach der 9. Woche beginnt dann im Grunde die Sozialisierungsphase. Natürlich liegt es dann in der Hand der neuen Besitzer, es weiterhin richtig umzusetzen.
Ansonsten kann man sich deinem Beitrag getrost anschließen.

Gruss
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Old 15-01-2004, 14:15   #19
michaelundinaeichhorn
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Hallo,

Da laufen jetzt ein paar Begriffe durcheinander.
Die Prägung auf Menschen und andere Sozialpartner außer der Mutter beginnt eigentlich sobald die Welpen beginnen die Umwelt mit Augen und Ohren wahrzunehmen, also sobald diese geöffnet werden. Wobei es sicher nicht schadet sie vorher schon zu streicheln und an einem riechen zu lassen. Denn Riechen und Fühlen können sie schon vorher. Wölfe, die auf Menschen sozialisiert werden sollen müssen vor dem 16. Tag aus dem Bau genommen und mit der Flasche großgezogen werden, üblich ist zwischen dem 10. und 13. Tag. Die Sozialisationsphase geht , je nach Autor und Rasse, von der 2. (4.) bis 12. (14.) Woche (Scott und Fuller, Zimen, Feddersen-Petersen u.a.). Der Prägungsbegriff den Lorenz nach seinen Versuchen mit Graugänsen u.a. geschaffen hat ist heute in dieser starren Form nicht mehr üblich.
Deshalb muß beim Züchter schon ab der zweiten bis dritten Woche, spätestens ab der vierten bis fünften Woche möglichst viel Kontakt zu Menschen erfolgen und zwar zu möglichst vielen verschieden Menschen, je mehr desto besser, außerdem ist der Kontakt zu anderen Hunden extrem wichtig. Außerdem sollte so ab der vierten bis fünften Woche Umweltreize geübt werden, Autos, ruhig schon Auto fahren, Lärmquellen aus dem Haushalt, neue verschiedene Gegenstände, Knallgeräusche, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. ab der siebten Woche beginnen Welpen Angst vor neuem zu zeigen, deshalb muß auch der neue Besitzer fleißig weiterüben, er kann sich nicht darauf ausruhen, daß der Züchter schon alles getan hat. In der Sozialisation findet sehr viel Entwicklung im Gehirn statt, je mehr Reize der Hund aufgenommen hat, desto mehr Verknüpfungsstellen bilden sich. Wird diese Phase verpaßt, kann man die Schäden die dadurch entstehen (sogenannte Deprivationsschäden) nie wieder völlig ausgleichen.
Wie eine gute Erziehung durch den neuen Besitzer stattfindet hat Hartmut ja schon sehr gut beschrieben.

Gruß Ina
michaelundinaeichhorn jest offline   Reply With Quote
Old 15-01-2004, 18:15   #20
citywolf
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Hallo Hartmut,

bin voll und ganz deiner Meinung.
citywolf jest offline   Reply With Quote
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