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Erziehung & Charakter Was muss man bei einem Welpen beachten, wie sozialisiere ich ihn, die meisten allgemeinen Probleme mit dem TWH, wie löse ich sie

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Old 27-02-2005, 20:22   #21
birgit
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Hallo!
Da wir mitten im Wald wohnen, war es uns ein großes Anliegen das Inka nicht wildern geht, da unser Grundstück nicht eingezäunt ist. Von klein auf haben wir das mit anderen Tieren geübt. Da wir auch Pferde haben, waren das unsere ersten Übungstiere. Wir ließen die Pferde auf der Weide laufen und schickten Inka hinterher. Dann haben wir sie gerufen und als sie sich dann umdrehte haben wir sie gelobt und sie bekam wenn sie dann herkam auch gleich eine Belohnung. Das haben wir auch mit Kühen, Hühnern und Schafen ausprobiert. Natürlich haben wir vorher mit dem Bauern gsprochen, ob er das auch gestattet. Die weiteren Versuche waren, das wir dann in den Wald mit ihr gegangen sind. Speziell in der Dämmerung wo das Wild herauskam. Das hat dann auch alles super geklappt. Aber dann mit einem Jahr hat sie angefangen ein paar Mal den Rehen hinterher zu laufen und wir konnten sie nicht mehr abrufen. Dann haben wir uns eine lange Leine von 30 m zugelegt und sind wieder mit ihr in den Wald gegangen. Als sie die Rehe entdeckte und losstartete rief ich hier und trat gleichzeitig auf die Leine. Als sie umkehrte und herkam lobte ich sie ausgiebig und gab ihr eine Belohnung. Das machte ich ca. 10 mal so. Und seitdem kann ich sie im Wald immer von der Leine Lassen und wenn ich sie rufe kommt sie sofort freudig zurück, auch wenn irgendein Wild in der Nähe ist. Aber ab und zu lassen wir sie zu Übungszwecken auch absichtlich in eine Schafherde laufen, und rufen sie dann zurück. So haben wir es gemacht.


GRÜSSE Roland
birgit jest offline  
Old 28-02-2005, 19:38   #22
Yvonne
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Hallo Leute, dies ist das Thema, wegen dem ich beginne hier zu schreiben (und nicht nur zu lesen wie bisher). Mein ca. zweijähriger Rüde Akin hat mittlerweile einen starken Jagdtrieb entwickelt. Bis zum ersten Lebensjahr war es noch nicht so heftig, aber schon deutlich zu erkennen. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, ihm klarzumachen, dass das nicht erlaubt ist. Ich lebe auf dem Land, in einer sehr schönen, waldreichen, hügeligen und kleinstrukturierten Mittelgebirgslandschaft (Rehe schon aus einen Kilometer Entfernung auf dem Feld stehen zu sehen ist also nicht). "Auf dem Land" gehe ich mit ihm (auch früher schon) an einer ca. 12 m langen Laufleine - jedenfalls fast immer, sagen wir mal in 95 % der Fälle.

Frei kann Akin laufen, wenn ich in "sicheren", also weitgehend oder völlig wildfreien Gegenden unterwegs bin, so z. B. in städtischen Anlagen, mit Einschränkungen auch im Staatsforst auf stärker frequentierten Wegen, wo die Wilddichte eher gering ist. Leider sind diese Auslaufmöglichkeiten über 30 km von meinem Wohnort entfernt (und für immer auch zu langweilig). Auch bei meiner Arbeitsstelle in einer kleinen Ortschaft kann er (noch?) auf einem Fußweg entlang der Donau frei laufen, das ist aber nur ein kurzes Stück, am Ortsende reicht die Bundesstraße bis an die Donau.

Akin folgt im normalen Alltagssituationen gut, ich kann ihn (mit Ausnahme der Jagd) jederzeit gut zu mir rufen, er kann die Grundkommandos "Sitz", "Platz", "Steh" usw. gut und befolgt sie auch anstandslos, er ist ein eher ruhiger, langsamer Hund, der sich völlig neutral zu anderen Menschen verhält, d. h. er geht nicht zu Fremden, schnüffelt sie nicht an bzw. springt gar an ihnen hoch, er belästigt keine Radfahrer, Jogger usw. Er ist also ein recht braver und angenehmer Hund. Auch auf den Spaziergängen in Wald und Flur bleibt er unaufgefordert nahe bei mir, solange kein Wild im Spiel ist. Aber wehe wenn vor uns ein Hase oder ein Reh aus der Deckung springt - wenn er da gerade nicht an der Leine ist, sieht man nur noch einen Kondensstreifen ...

Spuren interessieren ihn zwar schon, wenn sie frisch sind, da ist er aber abrufbar (wenn ich laut genug werde). Er orientiert sich auch mehr optisch und akustisch. Obwohl er einen eher ruhigen und manchmal fast phlegmatischen Eindruck macht, ist er sehr aufmerksam und reagiert blitzschnell, wenn's drauf ankommt.

Wenn es denn passiert ist und er z. B. einem Reh nachrennt, jagt er nur auf Sicht, d. h. er kommt sofort zurück bzw. ist wieder abrufbar, wenn er das Objekt seiner Begierde aus den Augen verloren hat. So ist er bisher nie länger als maximal drei bis fünf Minuten unterwegs gewesen, normalerweise noch deutlich kürzer. Aber wenn er losrennt, ein Wildtier (Reh, Hase, Marder - mit Katzen gibt's gottseidank keine Probleme) vor Augen, dann scheint er so darauf konzentriert, dass er gar nicht mitbekommt (oder mitbekommen will), dass ich rufe oder ihm was nachschmeiße oder was auch immer. Er ist in diesem Moment schlicht nicht ansprechbar.

Nun ist mein Problem also folgendes: Wenn er losstartet, also das unerwünschte Verhalten zeigt, kann ich nicht auf ihn einwirken, ich erwische ihn ja nicht. Wenn er zurückkommt, kann ich ihn nicht bestrafen (bin dann ja auch wirklich heilfroh, dass nichts passiert ist ...). Zweimal ist es mir bereits zufällig gelungen, ihn von einem Reh abzurufen, weil er es quasi sofort aus den Augen verloren hat - dann habe ich ihn dicke gelobt, als er gleich zu mir kam. Ich bezweifle aber ernsthaft, dass ihm klar ist, dass Jagen wirklich verboten ist, denn wenn er losgegangen ist, hatte das für ihn noch keine unangenehmen Konsequenzen.

Insgesamt ist es auch noch nicht oft passiert, aber jedes Mal ist natürlich zuviel, weil das Nachrennen an sich ja schon ein schönes Erfolgserlebnis ist - das macht ja so Spaß! An der Leine akzeptiert er übrigens die Tatsache, dass er einer potenziellen Beute nicht hinterher kann - wenn er in die lange Leine gelaufen ist (starten muß er schon, wenn vor uns plötzlich etwas aufspringt), versucht er kaum weiter zu ziehen. Ich rufe ihn dann auch immer sofort zu mir und lobe ihn, wenn er bei mir ist. Aber sinnlos, sich Illusionen zu machen: wäre er frei gewesen, wäre er schon wieder unterwegs.

Nun speziell zu seinem Jagdverhalten: Leider ist es schon einmal passiert, dass er einen Hasen umgebracht hat. Das war zwar ein dummer Zufall: Als ich eines Abends mit dem Auto heimkam, ließ ich ihn aussteigen und schickte ihn in unseren Garten zum Pinkeln (ohne Leine natürlich). Er ging ums Hauseck - und hatte schon einen jungen Feldhasen, der dort, keine fünf Meter neben unserer Haustür, unter einem Busch geschlafen hatte. Akin hat den Hasen im Schlaf überrascht, gepackt und in Sekundenschnelle und ohne zu zögern wie bei ZIMEN beschrieben mit ein paar kräftigen Bissen getötet (ohne Schütteln, da Hase keine wehrhafte Beute ist). Wohlgemerkt, ohne vorher jemals sowas getan zu haben! Ich habe oft von anderen Hunden gehört, die mit ihrer ersten (Zufalls-)Beute noch recht unbeholfen umgingen und nicht wußten, was sie tun sollten. Natürlich hat mir der arme Hase leid getan, aber ich habe mich natürlich auch geärgert, dass Akin jetzt ein Erfolgserlebnis hatte. Ich habe Akin sofort geschimpft, worauf er den Hasen liegenließ und anstandslos mit mir ins Haus kam. Ich bin sicher, er hätte seine Beute gefressen, wenn ich ihn gelassen hätte, aber soviel Erfolg wollte ich ihm nicht gönnen ... Blöd gelaufen, nicht? Definitiv der falsche Schlafplatz gewesen, so nah neben der Tür.

Ca. vier Wochen später ist nochmal (beinahe) etwas passiert. Ich war mit Akin in München und bin in einer Parkanlage mit ihm spazieren gegangen - ohne Leine. Er spielte ausgelassen mit einer jungen Jack-Russel-Hündin. Plötzlich haben die beiden im Gebüsch einen Steinmarder aufgetrieben (wieso der überhaupt am hellichten Tag am Boden unterwegs war, weiß ich nicht, wahrscheinlich war es auch noch ein junges, unerfahrenes Tier). Es war sehr erstaunlich, wie die beiden Hunde, die sich zuvor nicht kannten, sofort angefangen haben, im Team zu arbeiten und den Marder hinaus ins Freie zu treiben. ZIMEN schreibt in seinem Buch "Der Wolf", dass kleine nicht wehrhafte Beute durch mehrere kräftige Bisse irgenwohin getötet wird, wehrhafte kleine Beute dagegen durch heftiges Schütteln. Und tatsächlich - Akin erwischte den Marder - zu dessen Glück nur ganz knapp mit den vorderen Schneidezähnen am Fell des Hinterteils - und schüttelte. Ich glaube, Akin hatte sich nicht getraut, fester zuzupacken, weil der Marder sich heftig gewehrt hatte. Auch die Terrierhündin traute sich zum Glück nicht zuzugreifen. Und da hatte ich die drei schon erreicht und ging dazwischen, Akin ließ den Marder los, und der raste sofort den nächsten Baum hinauf. Ich glaube, er ist kaum verletzt worden, Akin hatte ihn nur am Fell. Aber davon mal abgesehen - auch bei diesem Tier hat er im Prinzip genau "richtig" gehandelt ohne vorherige Erfahrung mit dieser Art von Beute.

Also habe ich kaum Zweifel, dass er auch ohne weiteres sofort in der Lage wäre, ein Reh zu töten, wenn er es denn erwischen würde - und auch das halte ich aufgrund seiner enormen Laufgeschwindigkeit nicht für völlig unwahrscheinlich. Also geht er in "gefährdeten" Situationen immer an der (langen) Leine - aber wie die beiden oben genannten Beispiele zeigen, passiert oft gerade dann etwas, wenn man gar nicht damit rechnet.

Natürlich habe ich keine Lust darauf, dass Akin den Rest seines Lebens (fast) immer an der Leine gehen muß. Solange ich allein mit ihm unterwegs bin, stört es zwar nur mäßig, wenn er an der Laufleine ist (verheddern, an Ästen und Steinen auf dem Weg hängenbleiben), wenngleich auch ein gewisses Unfallrisiko durch die Leine besteht (wir mußten schon mal in die Tierklinik wegen sowas). Aber gemeinsames Spazierengehen mit anderen Hunden (oder auch mit Pferden) macht so wirklich keinen Spaß bzw. geht gar nicht. Auch Langlaufskifahren und Radfahren wäre ohne Leine natürlich viel entspannter.

Also wenn ihr gute und praktikable Tipps für mich habt, wäre ich dankbar, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen würdet, denn ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, Akin auch angesichts flüchtender "Beute" zurückrufen zu können.

Übrigens habe ich noch keine Spiele bei ihm beobachtet, wie ihr sie beschreibt - bei ihm ist es eher so, dass er im Spiel mit anderen Hunden am liebsten den "Verfolgten" spielt, er fordert andere Hunde auf, ihm nachzurennen, und rennt dann pfotenschleudernd und hakenschlagend vor ihnen davon, den "Angreifer" spielt er eigentlich nie. Bei Balgespielen paßt er sich sehr schön seinem Spielpartner an - er spielt aber niemals ruppig oder grob.

Ich hoffe, ich hab jetzt nichts illegales geschrieben ... selbstverständlich möchte ich meinem Hund das Jagen nicht erlauben! Sonst bräuchte ich auch nicht zu fragen, wie ich ihn dazu bringe, das zu unterlassen bzw. auf meinen Zuruf zu unterbrechen. Für Vögel interessiert er sich übrigens nicht, Hühner sind kein Problem, Katzen auch nicht, Pferde auch nicht (diese Tiere kennt er allerdings auch von klein auf), bei Schafen und Ziegen habe ich auch noch keine Ambitionen von ihm beobachtet, würde es aber nicht drauf ankommen lassen, weil da schnell viel passieren kann. Vor dem Biber hat Akin sogar Heidenrespekt (was auch gut ist), der wird immer nur vom sicheren Ufer aus ängstlich verbellt.
Yvonne jest offline  
Old 01-03-2005, 17:53   #23
hanninadina
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Hallo Yvonne,

du schilderst, dass Akim sozusagen nur "Wildtiere" zum Jagen gern hat, die Haus und Hoftiere dagegen in Ruhe lässt. Liegt es vielleicht daran, dass die Wildtiere versuchen zu flüchten, während die Hühner, Kühe usw. ruhig stehen bleiben und nicht weglaufen?

Bis vor 2-3 Monaten ist Myla auch zu den Kühen auf die Weide gegangen (im Augenblick sind sie im Stall, deshalb weiß ich nicht, wie es jetzt ist) und hat Nase an Nase mit ihnen dort gestanden, es war ein tolles Bild. Aber sie standen und sind nicht weggelaufen.

Gestern war ich auf einer verwilderten Wiese. Keine 6 m von mir sprang auf einmal ein Feldhase auf und die Hunde waren etwas weiter. Aber wie es so geht, sah Hannibal den Hasen aus dem Augenwinkel und lief hinterher. Allerdings war ein Stacheldrahtzaun im Weg. Der Hase lief dann - blöde wie er war - parallel zum Zaun den Weg lang. In der Zwischenzeit war Hannibal unter durch und Myla folgte, sie fliegt allerdings unter Zäunen durch als ob sie ein Ortungsgerät umhängen hat, egal wie viel Platz sie hat, sie geht im Galopp unter oder zwischen durch.

Na ja kurz und gut, der Hase wusste nichts von dem Hasenhaken und lief 500 m geradeaus. Die Hunde hinterher. Dann kam der Wald. Beide Hunde verschwanden kurz darin. Hannibal kam dann mehr oder minder sofort wieder raus, während Myla noch gut 3 Minuten länger darin war. Wie du schon schilderst Yvonne, wenn Hanni (ist aber ein Briard) die Beute nicht mehr sieht, kommt er auch sofort. Myla dagegen hat vesucht ihn weiter zu verfolgen. Aber, ich habe es glaube ich schon geschrieben, wenn sie merkt dass Hanni weg ist und sie allein ist, kommt sie auch. Das wird aber wohl an ihrem Alter von 13 Monaten liegen. Der Tag wird kommen, dass sie auch allein weiter geht.

Gerufen habe ich nur solange beide noch keine 30 m weg waren. Dann habe ich es gelassen, weil sie durch das Rufen nur noch angeheizt werden.

Meine Beiden sind allerdings anders als Akim absoulute Triebtäter. Jeden und alles egal ob fremd oder nicht, will begrüßt werden, am besten mit einem Küsschen auf die Wange. Auf dem Hundeplatz vibrieren sie förmlich vor Spannung. Das macht es natürlich bei den Jagdgeschichten nicht leichter. Ich bin zwar kein Freund von Teletacs u.ä., aber da muss ich den anderen hier recht geben, um einen Jagdprozess zu unterbinden ist es sicher hilfreich.

So schlimm ist die Stromgeschichte allerdings auch nicht. Wir haben es im Verein an uns selbst am Handgelenk ausprobiert. Und es muss ja nicht Stufe 15 sein, die 8. reicht auch. Wir als Menschen merken es kaum, der Hund schon.

Da wir hier zwar viel Wild haben, letzten Freitag habe ich in 70 m Entfernung 8 Rehe gesehen und meine beiden gleich angeleint. Vormittags waren es 3 andere, andererseits aber auch recht weit gucken können, lass ich die beiden in der Regel frei laufen, es sei denn meine Nerven sind mal wieder angespannt und halten die Spannung, die zugegebenermassen besteht, nicht aus. Ich kann euch schon verstehen, wenn ihr aus sicherheitsgründen, die hunde an der langen leine führt.

Die Tips von Roland für Inka - schöne Grüße an dich und deine Frau - sind sicherich gut. Er hat damit offensichtlich aber auch schon früh angefangen es konsequent zu trainieren. Und dann spielt aber immer noch die jeweilige Triebigkeit eine Rolle, ob es sich so umsetzen lässt.

Ein Heilmittel gibt es in meinen Augen nicht bei Hunden unserer Rassen (und Hirtenhunden). Die theoretischen Tips sind eben nur bedingt umsetzbar. Aufgrund des weiten Wirkungskreises dürfte nur Strom wirklich helfen.

Grüße

Christian
hanninadina jest offline  
Old 01-03-2005, 20:26   #24
Heiko
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Originally Posted by hanninadina
Ich bin zwar kein Freund von Teletacs u.ä., aber da muss ich den anderen hier recht geben, um einen Jagdprozess zu unterbinden ist es sicher hilfreich.


So schlimm ist die Stromgeschichte allerdings auch nicht. Wir haben es im Verein an uns selbst am Handgelenk ausprobiert. Und es muss ja nicht Stufe 15 sein, die 8. reicht auch. Wir als Menschen merken es kaum, der Hund schon.


Ein Heilmittel gibt es in meinen Augen nicht bei Hunden unserer Rassen (und Hirtenhunden). Die theoretischen Tips sind eben nur bedingt umsetzbar. Aufgrund des weiten Wirkungskreises dürfte nur Strom wirklich helfen.

Grüße

Christian

Dir müsste man mal die Birne so richtig unter Strom setzen, dann blieben einem deine Statements wenigstens erspart!
Erst rummeckern, dann auf einmal befürworten und so was nennt sich Rechtsanwalt.

In aller Öffentlichkeit den Einsatz von Strom empfehlen; das hatten wir hier bisher noch nicht.
Wenn das an die richtigen kommt, hagelt es eine Anzeige und dann kannst du dich selbst vertreten.
Habe mir den Beitrag sicherheitshalber schon kopiert.

P. S. : Hätte da noch paar andere Tips gehabt, dazu ist mir nun die Lust vergangen! :P
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Niemand kann Dir nehmen was Du bist, weil Deine Kraft in Dir unendlich ist !
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Heiko jest offline  
Old 01-03-2005, 21:04   #25
Yvonne
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Ja, es ist schon wahr, das Weglaufen ist der ausschlaggebende Reiz zum Hinterherstarten, und Haustiere tun das i. d. R. nicht so wie Wildtiere. Trotzdem glaube ich auch, dass Akin einen Unterschied macht. Denn selbst wenn Hühner schon mal davongeflattert sind und er deshalb losgerannt ist, konnte ich ihn abrufen, so dass nichts passiert ist - bei Wildtieren bisher unmöglich. Auch davonlaufenden Katzen stellt er bei weitem nicht so vehement nach, da habe ich eher den Eindruck, er macht es einfach nur so, weil das Nachrennen Spaß macht, aber es scheint nicht so zielgerichtet zu sein wie es mir bei Wild vorkommt. Er schaut auch stehende Rehe (von der Leine aus) ganz anders an als andere Tiere. Rennende Menschen (Jogger, Skater, Radfahrer, sogar Kinder) animieren ihn überhaupt nicht zum Nachlaufen. Dafür gibt es speziell mit kleineren Kindern ein anderes Problem: Akin fürchtet Kinder, fühlt sich unwohl, wenn sie ihm zu nahe sind und will von ihnen angefaßt werden. Aber das gehört jetzt nicht hierher.

Christian, ich würde Dir empfehlen, solche Situationen wie mit dem Hasen möglichst zu meiden (ist schwer, weiß ich, ist mir ja leider auch schon zu oft passiert), aber ich glaube, dass allein schon das tolle Erlebnis des Nachhetzens, umso mehr noch wenn es ein anderer Hund vormacht, den Jagdtrieb enorm verstärkt. Auch Akin ist die ersten Male mit einem anderen Hund gerannt (diese waren keine guten "Jäger", aber allein schon das Nachlaufen ...). Einmal war Akin sogar an der Leine, hat aber den anderen freilaufenden Hund beim Hasennachlaufen beobachtet und ist schier ausgeflippt, so dringend wollte er hinterher. Das ist leider das Problem beim Spazierengehen mit anderen Hunden, was ansonsten doch so schön ist (Spielen usw.).
Übrigens heißt mein Süßer AKIN, Akim ist sein Großvater, der Hund auf dem Titelbild von "Graupelz".

Heiko, ich habe diese Geschichte deshalb hier geschrieben, weil ich gerne eure Tipps hören würde, und wenn Du welche hast, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn du sie mitteilen würdest. Also bitte, lass Dir nicht so schnell die Laune verderben, nur zu!

Schöne Grüße Yvonne
Yvonne jest offline  
Old 01-03-2005, 21:38   #26
citywolf
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Hallo zusammen,

zu diesem Thema möchte ich einen kurzen Auszug aus dem Tierschutzgesetz hier einfügen:

TierSchG § 3

Es ist verboten,

8. ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern,

11. ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.


Ich bin erstaunt, dass es Hundebesitzer gibt, die sich öffentlich dazu bekennen, gegen geltendes Recht zu verstoßen und auch noch dazu auffordern.

Wenn die hier gegebenen Tipps vielleicht nur wenig und nur bedingt dem Hundehalter helfen werden, werden Hundefeinde und Befürworter der generellen Anleinpflicht hier recht gut fündig.

Übrigens dürfen wildernde Hunde, bzw. Hunde die sich nicht in Rufweite des Hundführers befinden oder abrufen lassen, vom Jagdaufseher erschossen werden. Das kommt in Deutschland tatsächlich häufiger vor.

Wer möchte, kann jetzt natürlich schreiben, was er dann mit dem Jagdaufseher macht.

Gruß Adi
citywolf jest offline  
Old 02-03-2005, 00:36   #27
Steffen
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Artikel der Zeitschrift "Wild & Hund" 11/2000
(Ein kritischer Redakteur folgt der Einladung von Innotek)

Artikel zum Herunterladen
Steffen jest offline  
Old 02-03-2005, 11:30   #28
hanninadina
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Hallo Heiko,

es gibt eben verschiedene Formen vom Artgerechten Halten von großen Hunden wie dem TWH u.a. Wenn ich richtig informiert bin, führst du deine Hunde überwiegend (wenn nicht sogar ausschließlich) in einem Gehege aus?! In nahezu jedem Hundebuch steht doch drin, dass das aber nicht ausreicht, weil die Hunde auch mal was anderes riechen sollen.

Ich habe glaube ich anschaulich geschildert, wie die Wildsituation bei uns ist. Ich selbst habe kein Teletac und habe es auch noch nicht probiert. Ich könnte aus unserem Verein so eines bekommen. Wie Adi richtig zitiert hat, ist Strom einsetzbar, allerdings zu Trainings- und Erziehungszwecken und nicht um die Hunde zu verglühen: damit meine ich diejenigen, die den Impulsgeber z.B. um die Hoden eines Rüden klemmen oder aber auf die höchste Stufe den Strom einstellen.

Ich hatte es schon mal erwähnt, der Chefhundeausbilder und Sachverständige der niedersächsischen Polizeihunde ist ein (ehemaliger) Rennradfreund von mir. Wenn ich mich "weiterbilden" möchte, setze ich mich mit ihm in Verbindung. Einer seiner Mitarbeiter und ebenfalls Polizeihnundeführerausbilder und selbst Führer eines Sprengstoffhundes (Mali) war bis Ende des letzten Jahres 4 Jahre lang Trainer in unserem Verein. Und die beiden sind es, die durchaus "Stromtherapie" empfehlen, wenn es nicht anders geht. Aber alles in Massen! Das sind beides Staatsdiener Polizeihauptkommissare. Machen die sich etwa strafbar?

Also, wenn ich als Mensch an einer empfindlichen Stelle wie meinem Handgelenk die Stufe 8 abkann, bringt es einen Hund sicher nicht gleich um. Wenn ich bedenke, dass die Hunde sich mal spielerisch ihre Eckzähne in den Hals rammen, was mir doch sehr weh tut, wenn sie es bei mir machen, dann müssten sie das "Strömchen" wegstecken können. Und meistens begreifen sie dann auch sehr schnell!!! Es ist ja nicht so, dass ich dann nichts anders mehr machen könnte. Ich finde Roland hat es sehr gut beschrieben, wie man einen TWH gut erziehen kann.

Und Heiko, ich verstehe nicht, dass du deine Hunde nur im Gehege frei laufen lässt, wenn du eine Therapie kennst, die Hunde frei laufen zu lassen und jederzeit abrufen zu können. Auf deine Ausführungen bin ich gespannt.

Zu Yvonne, also wenn meine beiden Rehe stehen sehen, passiert nichts. Wenn es allerdings ums flitzen geht, sind sie dabei. Hanni ist eben sehr triebig und ist auch ein sehr guter Zughund, rennen, rennen, rennen. Myla dagegen zieht gar nicht es sei denn sie will irgendwo hin, sei es dass die Kidnerm it dem Rad vor ihr fahren o.ä. Wenn es allerdings darum geht hinter Hanni herzurennen, macht sie das gerne. Bei Hanni geht es mehr ums laufen und rennen, während Myla doch wohl eher jagen tut, weshalb sie ja auch weiterläuft, während Hanni angedreht ist, wenn er das Wild nicht mehr sieht.

Grüße

Christian
hanninadina jest offline  
Old 02-03-2005, 11:46   #29
hanninadina
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Ich vergass zu erwähnen, dass es meine theoretische Meinung ist, Strom einzusetzen, ausprobiert habe ich es nicht wg. jagen. Ich habe es nur bei uns auf dem Paltz gesehen, dass man sehr schnell trotz geringer Stromstufe, Erfolge erzielen kann. Ob natürlich der Jagdtrieb stärker ist, weiß ich nicht wirklich. Yvonne hatte nach Möglichkeiten gefragt, und alles andere halte ich für fast sinnlos, wobei die 30 m Leine von Roland könnte ich mir vorstellen, dass es geht, eine 10 m Leine, die ich auch habe, ist meines Erachtens definitiv zu kurz.

Christian
hanninadina jest offline  
Old 02-03-2005, 11:56   #30
hanninadina
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Danke Steffen! Genau das, was der Artikel in Wild und Hund wieder gibt, ist das, was ich meinte, mit dem Kribbeln am Arm!

Christian
hanninadina jest offline  
Old 02-03-2005, 13:10   #31
Heiko
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Hallo Yvonne,

hast du schon mal bei Akin versucht, das Jagen über eine sog. Ersatzhandlung - Ersatzbeute - in den Griff zu bekommen bzw. einzuschränken.
Also z. B. während des Spaziergangs dem Hund das Apportieren beizubringen, ihn quasi damit begeistern und ihm somit die Motivation (Jagdtrieb) an der Jagd zu entziehen. Dafür kann man verschiedene Sachen benutzen (Plüschtier, Bällchen usw.), muss nicht unbedingt ein Apportierholz sein. Den Vorgang hier nun genau zu erläutern, ist schlecht machbar, sollest dich etwas mit apportieren auskennen.
Erst mal an einer 5-10 m Leine üben, später an einer längeren Schlepp-Feldleine. Dabei lässt sich das Abrufen noch mehr festigen.
Ist zwar alles eine langwierige Prozedur, mit einem einzelnen Hund aber durchführbar und wenn nur der Erfolg der Ablenkung gegeben ist. Ob es dann nachher beim freilaufenden Hund funktioniert, bleibt abzuwarten. Das Gehorsam an der Leine sieht nun mal anders aus, als ohne. Da deiner aber schon mal Blut geleckt hat, ist die Aussicht auf Erfolg nur mäßig.
Weiterhin solltest du den freilaufenden Hund beim Abrufen sofort (wenn er schon den geringsten Ansatz zum kommen zeigt) ausgiebig loben. In dem Moment ist die Verknüpfung auf die von dir geforderte Handlung wesentlich höher.
Wenn er dann bei dir ist, mit "Fellstreicheln" und Leckerlie bestätigen. Nicht mehr sonderlich mit der Stimme, das machst du ja schließlich im normalen Alltag genug.

Hoffe mal dir etwas weitergeholfen zu haben, ansonsten den Hund in "unsicherem" Gelände besser anleinen.

Gruss

P. S. : Ach so Roland; sind bei euch in "Ösiland" die E-Geräte eigentlich Bundesweit verboten?
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Heiko jest offline  
Old 02-03-2005, 13:14   #32
Heiko
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Hallo Steffen,

das finde ich nun auch nicht unbedingt vorteilhaft, hier noch so eine Art Gebrauchsanweisung (Link) reinzusetzen. Dadurch werden doch noch Leute dazu verleitet sich ein solches Gerät anzuschaffen.
Habe ja nicht umsonst die Info hier reingestellt.

Der Redakteur hat mit Sicherheit für diesen verharmlosten Bericht von "Innotek" und/oder der obigen Jägerschaft genug an Kohle einkassiert. Die kommt ja dann nun beim Gerätekauf wieder mehr als rein.
Falls die sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als nur noch technische Mittel einzusetzen, sollen sie es doch mit der Jagd ganz sein lassen.
Jäger raus - Wolf rein und schon ist das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt.

Besser Köpfchen statt Knöpfchen!!!
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Old 02-03-2005, 13:53   #33
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Also, ich besitze ein Original Teletac der Fa. Schecker und muß sagen, daß das schon sinnvoll einsetzbar ist. Wir wohnen direkt am Wald, ein Hochsitz reiht sich an den anderen, zusätzlich sind noch viele Reiter mit z.T. freilaufenden Hunden unterwegs.
Da muß ein Befehl wie "komm her" schon eine höhere Priorität haben als z.B. der Jagdtrieb; TWHs neigen gern dazu, z.B. beim Buddeln nach einer Maus die direkten Kommandos sehr zeitverzögert auszuführen. Bei den beiden Großen reicht lediglich der akustische Signalgeber, sodaß sie sofort kommen, bei dem Kleinen haber wir noch gar nicht mit dem Teletac gearbeitet.
Und wenn wir tatsächlich mal Strom einsetzen, dann max. Stufe 2 (Maximalstufe 5 habe ich persönlich an mir selbst ausprobiert am Oberschenkel).
Ralf
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Old 02-03-2005, 14:42   #34
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wie sagt man im Schwäbischen....

Herr, schmeiss Hirn ra...die Idiote vermehret sich....
auf Deutsch :

Herr, wirf Gehirn runter die Dummen werden mehr....

Auf unserm SV-Platz ist ein Stachelwürger schon Verboten.

Ein Platz welcher mit strom arbeitet ist nicht zu empfehlen.

gruß Birgit
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Man kann versuchen Euch zu ändern, aber man kann auch die Zeit sinnvoll nutzen!
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Zwinger von der Gölshäuser Lücke
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Old 02-03-2005, 14:46   #35
Steffen
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Originally Posted by Heiko
Hallo Steffen,

das finde ich nun auch nicht unbedingt vorteilhaft, hier noch so eine Art Gebrauchsanweisung (Link) reinzusetzen.
Warum nicht, es ist ein freies Forum. Zu jeder Ansicht gibt es eine Gegenansicht, zu jedem Argument wird es ein Gegenargument geben, daraus kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, ce la vie!

Es geht mir nicht darum, ob jetzt Deine Meinung oder Christian seine durch diesen Artikel bevorteilt wird.
Es geht mir darum , wie Du es mit Deinen Beitrag über Stromreizgeräte getan hast, zu informieren.
Informationen sind doch heutzutage alles und vielleicht wird sogar dadurch Missbrauch verhindert.
Steffen jest offline  
Old 02-03-2005, 15:56   #36
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Originally Posted by hanninadina
Also, wenn ich als Mensch an einer empfindlichen Stelle wie meinem Handgelenk die Stufe 8 abkann, bringt es einen Hund sicher nicht gleich um. Wenn ich bedenke, dass die Hunde sich mal spielerisch ihre Eckzähne in den Hals rammen, was mir doch sehr weh tut, wenn sie es bei mir machen, dann müssten sie das "Strömchen" wegstecken können. Und meistens begreifen sie dann auch sehr schnell!!! Es ist ja nicht so, dass ich dann nichts anders mehr machen könnte. Christian

Doch, du kannst noch etwas anderes machen: Wo ein Wille ist - ist auch ein Weg.
Dir z. B. die reingestellte Information mal genau durchzulesen.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil !


Ich dachte immer du wärst nur Rechtsanwalt, jetzt auch nebenbei noch Detektiv, alle Achtung!
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Niemand kann Dir nehmen was Du bist, weil Deine Kraft in Dir unendlich ist !
vom Westerwälder Berg
Heiko jest offline  
Old 02-03-2005, 16:42   #37
citywolf
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Originally Posted by hanninadina
Und die beiden sind es, die durchaus "Stromtherapie" empfehlen, wenn es nicht anders geht. Aber alles in Massen! Das sind beides Staatsdiener Polizeihauptkommissare. Machen die sich etwa strafbar?
Vermutlich nicht. Hier ein Link zu einer Seite, wo ein Rechtsanwalt verschiedene rechtliche Ansichten schildert.

http://www.leroi.de/katalog/stellungnahmetelegeraet.pdf

Gruß Adi
citywolf jest offline  
Old 02-03-2005, 17:50   #38
Yvonne
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Puh, Leute, jetzt habt ihr schon soviel geschrieben ... trotzdem füge ich mal meinen Schrieb noch ein (ich schreibe offline, bin noch ganz klassisch ohne Flatrate im www

Vielleicht habt ihr mich missverstanden, dann möchte ich es nochmal deutlich machen: Ich habe meinen Hund niemals und in keinem Fall auf ein anderes Tier gehetzt (ich dachte das wäre klar) und würde das auch unter keinen Umständen tun. Ich kenne auch niemanden, der das gemacht hätte. Ich möchte nur Akins Jagdtrieb kontrollieren können, also ihn abrufen können in so einer Situation, da ich mich (noch) nicht damit abfinden möchte, ihn deshalb nur noch an der Leine zu haben (zumal er davon abgesehen wirklich ein sehr braver, folgsamer und angenehmer Hund ist).

Wenngleich mir klar ist, dass Hunde bei uns nicht jagen dürfen, halte ich es eher für unwahrscheinlich, dass allein der Jagdtrieb der Hunde die Hundegegner beflügelt, wenn das so wäre, sähen die Rasselisten "gefährlicher Hunde" anders aus - z. B. müssten dann alle Nordischen Schlittenhundrassen darauf stehen, soweit mir bekannt ist, ist das aber nicht der Fall. Ich denke, der "klassische" Hundegegner könnte sich mehr darüber ärgern, wenn Hundebesitzer sich nicht über das Potenzial ihrer Tiere im Klaren sind (z. B. das obligatorische "der tut nichts") und deshalb auch ihre Hunde falsch einschätzen könnten. Ich finde es ehrlicher, wenn man versucht, vernünftige Lösungen zu finden und seinen Hund entsprechend zu erziehen, anstatt so zu tun, als gäbe es das Problem des Jagdtriebes bei vielen Hunden nicht (die deshalb im normalen Alltag weder aggressiv noch gefährlich sein müssen).

Natürlich kann man seinen Hund immer an der Leine führen, dabei gehen dem Hund aber viele wichtige Möglichkeiten der Interaktion z. B. mit Artgenossen verloren bzw. sind stark eingeschränkt. Außerdem ist es viel schwieriger, das Bewegungsbedürfnis der Hunde zu erfüllen, wenn sie nur an der Leine sind. Akin wird vorerst dort, wenn Wild wahrscheinlich zu erwarten ist, nicht mehr frei laufen, also überall auf dem Land wo ich wohne. Aber selbst in Siedlungen und Städten leben (erfreulicherweise) Wildtiere, z. B. Kaninchen, Füchse, Steinmarder, Eichhörnchen, Ratten, Mäuse usw., in den Gärten, in Grünanlagen usw. Am sichersten wäre da wohl die "Agrarsteppe", aber selbst da leben z. B. Rehe und Hasen.

Generelle Anleinpflicht wird übrigens wenn's drauf ankommt von den Gerichten gekippt, wie sich schon gezeigt hat, weil damit auch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird, wenn keine Auslaufflächen zur Verfügung stellen. Hier auf dem Land ist es z. B. so, dass Anleinpflicht nur in den Siedlungsbereichen sein darf, nicht in Wald und Flur (da ist dann natürlich das andere Problem wieder aktuell), da ein Hund die Möglichkeit haben muß, auch mal frei zu laufen (artgerechte Haltung, zu der wiederum der Hundehalter verpflichet ist. Nachdem Tierschutz jetzt auch im Grundgesetz verankert ist, dürfen - soweit ich weiß - Jäger einen Hund (oder auch eine Katze) nicht mehr allein deshalb abschießen, weil er frei läuft, außer Reichweite seines Besitzers ist und kurzzeitig nicht abrufbar ist, sondern der Hund muß akut wildern und erkennbar eine Gefahr für das Wild darstellen, außerdem müßten zunächst andere Mittel ergriffen werden, diese Gefahr abzuwenden. Ich glaube, dass die Beweislast jetzt umgekehrt ist, nicht der Besitzer muß nachweisen, dass sein Hund nicht gewildert hat (wie es früher war), sondern der Jäger muß nachweisen, dass der Hund gewildert hat. Aber das ist graue Theorie ...

Aber es geht ja hier darum, dass wir selbst nicht wollen, dass der Hund Wildtieren nachrennt. Ich denke, keiner hier möchte, dass sein Hund jagt bzw. fordert dazu auf, oder? Falls ich euch mißverstanden habe, bitte ich um Entschuldigung.

Schöne Grüße Yvonne
Yvonne jest offline  
Old 02-03-2005, 17:55   #39
birgit
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Hallo Heiko!
Ab 1. Jänner 2005 sind in ganz Österreich Stromreizgeräte, Kettenhaltung und Krallenhalsbänder verboten. Wenn man dabei erwischt wird gibt es hohe Strafen. Aber bei den Jägern wird es trotzdem hinter vorgehaltener Hand gehandhabt.

Bei unserer Hundesozialisierungsschule waren diese Hilfsmittel von Anfang an verboten. Und wenn einer mit einem Krallenhalsband gekommen ist, wurde er von der Stunde ausgeschlossen. Und wenn einer seinen Hund mit einem Krallenhalsband führen muss ,wie soll er dann mit den anderen Übungen (z.B. das Nachjagen von Katzen oder Wild) zurechtkommen.

Und zum Thema Hetzen: Man darf den Hund ja nicht von Anfang an frei laufen lassen, sondern man sollte ihn an die Leine nehmen um ihn an diese Tiere zu gewöhnen. Und der Hund sollte das von klein auf gewöhnt sein. Ich lasse meinen Hund ja nicht auf der Weide herumjagen, sondern ich bin ja dabei und rufe sie ab, bevor sie irgendeinen Streß bei den Tieren hervorrufen kann. Das macht den Tieren ja nicht so viel aus, denn sie kommen ja manchmal von selbst her und sind neugierig, besonders die Kühe. Für meinen Hund war das einfach eine gute Übung und es hat sicher viel gebracht. ZUM WOHLE DES HUNDES.

Schöne Grüße aus dem Kärntner Land.
Roland
birgit jest offline  
Old 02-03-2005, 18:06   #40
hanninadina
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Yvonne, du hast völlig recht, wenn du schreibst, die Gerichte kippen die Anleinpflicht für Hunde. Gerade wollte die Stadt Hemmnigen (südlich von Hannover) eine generelle Anleinpflicht einführen, weil sich manche Bürger vor unangeleinten Hunden fürchten würden. Dei Ordnungsamtsleiterin hat selbst 2 große Hunde und meinte, es wäre in Ordnung, wenn man eine generelle Anleinpflicht aussprechen würde. Dagegen hat eine Hundehalterin geklagt und vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg gewonnen. Die Richter haben ganz klar ausgeführt, dass es nicht ausreicht, wenn Bürger Angst haben, ohne dass tatsächlich ein konkreter Vorfall gewesen sei, damit eine generelle Leinenpflicht für alle Hunde eingeführt wird. Es wurde noch ausgeführt, dass es z.B. ältere Menschen gibt, die eben kein Auto haben, um in die Feldmarkt so fahren oder an andere Plätze, wo Hunde frei laufen dürfen. Hemmnigen ist keine große Stadt, sondern eher ein großer Dorf mit mehreren Ortsteilen.

Christian
hanninadina jest offline  
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