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TWH - Eigenschaften und Verwendung
Autor: Ulbrichova - 1995 (07.12.2004, 00:00 Uhr)
Rasse

Die Erfahrungen konnten die angestrebte Harmonie hinsichtlich der vererbten Eigenschaften von Wolf und Hund grundsätzlich bestätigen. Der Tschechoslowakische Wolfshund ist sowohl gehorsam, führig und wachsam, als auch überdurchschnittlich ausdauernd, widerstandskräftig und aufmerksam. Dazu tritt sein exzellenter körperlicher Ausdruck, welcher mit Gebäude, Fellfarbe und -qualität sowie besonders mit seinen harmonischen, kraftvollen Bewegungen an den Wolf erinnert. Speziell aktive Hundesportler lernten die universelle Verwendungsfähigkeit des Tschechoslowakischen Wolfshundes zu schätzen. Beeindruckend ist vor allem die enorme Ausdauerfähigkeit. Diese soll dadurch weiterhin erhalten bleiben, daß eine Ausdauerprüfung mit 100km neben dem Rad als Zuchtvorausselzung zwingend vorgeschrieben ist: Hundehalter, die ihren Hund entsprechen konditionieren, brauchen davor kein Herzklopfen zu haben.

Der Klub der Züchter des Tschechoslowakischen Wolfshundes organisiert jährlich mehrere Wettkämpfe, bei denen die Hunde sowohl die 100km, als auch die "Sprint" genannte Distanz über 40km neben dem Rad (Fahrer dürfen wechseln) zurücklegen. Die Spitzenzeilen liegen über 100km bei etwas über 6 Stunden, was einer Geschwindigkeit von etwa 15 km/h entspricht. Dabei trabt der Hund locker, was wichtig ist, um Skelettschäden zu vermeiden. Die Ausdauer in Verbindung mit seinem hervorragenden Orientierungssinn und seiner natürlichen Veranlagung zu Rudelarbeit prädestinieren ihn ebenso zum Schlittenhundesport. Das belegen inzwischen Spitzenplätze bei Wettkämpen in den Ursprungsländern. Führend sind hier die Herren Fila, Hecuta, Krotkovsky und Misar mit ihren Wolfshunden. Unter anderem belegten sie vordere Plätze 1989 im Jasenska Tal (1.Platz), 1990 in Mosovce in Kategorie B mit 5-6 Hunden (3.Platz), CS-Meisterschaft 1990 Pustevne (2.Platz). Zumindest in Tschechien und der Slowakei haben, sie somit bewiesen, daß Tschechoslowakische Wolfshunde erfolgreich mit den klassischen nordischen Schlittenhunderassen konkurrieren können.

Der ursprüngliche Verwendungszweck der Rasse als Diensthund konnte sich nicht auf breiter Basis durchsetzen. Der Grund ist, daß obwohl der DSH zur Zucht diente und der Tschechoslowakische Wolfshund noch oft mit dem DSH verglichen wird, er doch ein ganz ariderer Typ von Hund ist. Er verhält sich zunächst scheu. Erst wenn er zu seinem Besitzer ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, läßt er sich auch erziehen. Die Härte, die auf dem Hundeplatz oft als Härte gegenüber dem Hund verstanden wird (nicht mit Konsequenz zu verwechseln - die ist unbedingt angebracht!), beantwortet er mit erneuter Scheu und Mißtrauen gegenüber dem Ausbilder. Ausbildung mit Strafe, wie beim DSH üblich und zumindest möglich, erreicht beim Tschechoslowakischen Wolfshund überhaupt nichts. Der für die Schutzhundausbildung notwendige Angriffstrieb fehlt. Aus seiner Sicht greift er "grundlos" nicht an, Attacken eines etwaigen Angreifers werden aber blitzschnell beantwortet. Der Wolfshund lernt langsamer. Tschechoslowakische Ausbilder sprechen von etwa doppelt so langer Lerndauer, allerdings soll er sich einmal erlernte Übungen besser merken als ein DSH, d.h. es sind nicht so viele Wiederholungen der Einzelübungen nötig. Längeres Üben quittiert er denn auch mit Unlust. Wer also in zwei bis drei Jahren einen Hund mit SCHH 3 haben möchte, sollte sich keinen Tschechoslowakischen Wolfshund kaufen. Er braucht einfach mehr Zeit und vor allem mehr Geduld. Trotzdem ist eine Diensthundausbildung möglich. Bei den ursprünglichen Motiven für die Zucht hätten die Wolfshunde sonst nicht bis heute überlebt. Es gibt in der ehemaligen Tschechoslowakei genügend lebendige Beispiele für erfolgreiche Ausbildung mit SCHH l + 2. SCHH 3 hat allerdings erst ein einziger Rüde erreicht. Bei diesen Fakten muß man sich vor Augen halten, .daß es sich um eine junge. Rasse handelt, in deren Adern noch reichlich Wolfsblut fließt.

Mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn sind die Tschechoslowakischen Wolfshunde auf dem Gebiet der Fährtenarbeit erfolgreicher. Bei entsprechender Ausbildung sind Fährten- und Lawinenhundprüfungen kein Problem. Wichtig ist auch hier die Frage der Motivation.



 
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